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Hirschzungenelixier nach Hildegard von Bingen

Marcel SchulzMarcel Schulz - 4 Sep, 2026

Hirschzungenelixier nach Hildegard von Bingen

Hirschzungenelixier nach Hildegard von Bingen – Rezeptur und Tradition

Das Hirschzungenelixier nach Hildegard von Bingen, auch Hirschzungentrank, Hirschzungenwein oder Hirschzungenkräutertrank genannt, gehört zu den besonderen Rezepturen der heutigen Hildegard-Tradition.

Seinen Namen verdankt der Trank dem Hirschzungenfarn. Zusammen mit Wein, Honig, Zimt und Langem Pfeffer entsteht daraus eine kräftige, würzige Zubereitung mit einer ungewöhnlichen Geschichte.

Wer sich mit der Hildegard-Küche und den überlieferten Kräuterrezepturen beschäftigt, begegnet dem Hirschzungentrank deshalb früher oder später fast zwangsläufig.

Was ist das Hirschzungenelixier?

Das Hirschzungenelixier ist eine traditionelle Zubereitung auf Weinbasis. In der heutigen Hildegard-Literatur wird eine Rezeptur aus folgenden Zutaten beschrieben:

  • Hirschzungenfarnkraut
  • Wein
  • Honig
  • Ceylon-Zimt
  • Langer Pfeffer

Gerade die Kombination aus Farnkraut, Wein und den kräftigen Gewürzen macht den Hirschzungentrank zu einer der ungewöhnlicheren Hildegard-Rezepturen.

Die Hirschzunge in der Hildegard-Tradition

Der Hirschzungenfarn wird seit langer Zeit in der europäischen Kräuterkunde beschrieben. Auch in der Hildegard-Tradition findet sich die Pflanze wieder und wurde später von verschiedenen Autoren der Hildegard-Literatur aufgegriffen.

Historische Texte verbinden die Hirschzunge mit unterschiedlichen traditionellen Anwendungen und Vorstellungen. Wer sich dafür interessiert, findet hierzu umfangreiche historische und moderne Fachliteratur.

Da der heute angebotene Hirschzungentrank ein Lebensmittel beziehungsweise ein alkoholhaltiges Getränk und kein Arzneimittel ist, übernehmen wir solche historischen Beschreibungen nicht als Wirkungsversprechen für das Produkt.

Hirschzungenfarn – eine außergewöhnliche Pflanze

Der Hirschzungenfarn trägt den botanischen Namen Asplenium scolopendrium.

Anders als viele andere Farne besitzt er keine fein gefiederten Wedel. Seine langen, ungeteilten und leicht glänzenden Blätter erinnern in ihrer Form tatsächlich an eine Zunge – daher der Name Hirschzunge.

Die Pflanze bevorzugt schattige und feuchte Standorte und wächst beispielsweise an kalkhaltigen Felsen, Mauern sowie in feuchten Schluchtwäldern.

In Deutschland ist der wild wachsende Hirschzungenfarn besonders geschützt. Für Zubereitungen sollte deshalb ausschließlich geeignete Ware aus kontrollierter beziehungsweise rechtmäßiger Herkunft verwendet werden. Wildbestände sollten nicht gesammelt werden.

Traditionelle Rezeptur für Hirschzungenelixier

Wer sich für die historische Rezeptur interessiert, findet in der modernen Hildegard-Literatur beispielsweise folgende Zusammensetzung für etwa zwei Liter:

  • 60 g Hirschzungenfarnkraut
  • 2 Liter trockener Wein
  • 200 g Honig
  • 5 g Ceylon-Zimt
  • 5 g Langer Pfeffer

Je nach Quelle und Rezeptfassung können die Mengen etwas voneinander abweichen.

Wie wird Hirschzungenelixier traditionell hergestellt?

  1. Das Hirschzungenfarnkraut in den Wein geben und einige Minuten aufkochen.
  2. Den Honig hinzufügen und die Mischung erneut erhitzen.
  3. Zimt und Langen Pfeffer dazugeben.
  4. Die Zubereitung anschließend durch ein feines Sieb filtern.
  5. Heiß in geeignete, saubere Flaschen abfüllen und nach dem Abkühlen kühl und dunkel lagern.

Für eine eigene Herstellung sollte ausschließlich für diesen Zweck geeignete und rechtmäßig bezogene Pflanzenware verwendet werden.

Wie schmeckt Hirschzungenelixier?

Das Hirschzungenelixier besitzt einen kräftigen und ungewöhnlichen Geschmack.

Der Wein bildet die Grundlage, während Honig eine leichte Süße beisteuert. Zimt sorgt für eine warme Würze und der Lange Pfeffer bringt eine charakteristische, leicht scharfe Note in die Rezeptur.

Das Hirschzungenkraut selbst trägt zum typisch herben Kräutercharakter bei.

Je nach verwendetem Wein, Honig und Verhältnis der Zutaten kann sich der Geschmack verschiedener Hirschzungentränke deutlich unterscheiden.

Langer Pfeffer und Zimt in der Hildegard-Küche

Neben dem Hirschzungenfarn fallen bei dieser Rezeptur besonders zwei Zutaten auf: Langer Pfeffer und Zimt.

Langer Pfeffer gehört zu den ältesten in Europa bekannten Pfefferarten und besitzt ein intensives, warmes und leicht scharfes Aroma.

Ceylon-Zimt ergänzt die Zubereitung mit seiner typischen süß-würzigen Note. Zusammen ergeben beide Gewürze den charakteristischen Geschmack des Hirschzungentranks.

Hirschzungenelixier selbst herstellen oder fertig kaufen?

Die traditionelle Rezeptur lässt sich mit geeigneten Zutaten selbst nachvollziehen. Wer sich die Beschaffung und Zubereitung sparen möchte, findet Hirschzungenelixier auch fertig hergestellt.

Bei der Kleinen Abtei führen wir verschiedene Hirschzungentränke nach Hildegard von Bingen.

Hirschzungenelixier nach Hildegard von Bingen entdecken

Was sagt die Hildegard-Literatur zur Hirschzunge?

Gerade die überlieferten Anwendungen sind für viele Menschen der interessanteste Teil der Beschäftigung mit der Hirschzunge.

Hierzu gibt es sowohl historische Quellen als auch umfangreiche moderne Hildegard-Literatur. Darin wird die Hirschzunge in den größeren Zusammenhang der traditionellen Hildegard-Kräuterkunde eingeordnet.

Wer diese Seite der Rezeptur vertieft kennenlernen möchte, kann auf die einschlägige historische und moderne Fachliteratur zurückgreifen.

Interessant ist dabei insbesondere der Vergleich zwischen den ursprünglichen Überlieferungen und der späteren Interpretation durch Autoren der modernen Hildegard-Medizin.

Eine ungewöhnliche Rezeptur mit langer Geschichte

Hirschzungenfarn, Wein, Honig, Zimt und Langer Pfeffer – schon die Zutaten zeigen, dass der Hirschzungentrank kein gewöhnliches Kräutergetränk ist.

Gerade diese ungewöhnliche Kombination und ihre lange Verbindung zur Hildegard-Tradition machen das Hirschzungenelixier bis heute interessant.

Wer Hildegard von Bingen nicht nur über Dinkel, Galgant und Bertram kennenlernen möchte, entdeckt mit dem Hirschzungentrank eine weitere Facette dieser fast 900 Jahre alten Ernährungs- und Kräutertradition.

Literatur und weiterführende Informationen

Zur Vertiefung eignen sich unter anderem:

  • Dr. Wighard Strehlow: Die Hildegard-Naturapotheke – Heilmittel und Rezepte von A bis Z
  • weitere historische und moderne Fachliteratur zur Hildegard-Tradition